| Geplante Einführung von Umwelt Zonen! Von Fahrverboten betroffen sind Autos der Schadstoffgruppe 1 ohne Plakette! 1. Benzinfahrzeuge ohne geregelten Katalysator und alle, die Schadstoffgruppe 4 nicht erfüllen 2. Benzinfahrzeuge mit geregeltem Katalysator der ersten Generation 3. Dieselfahrzeuge: EURO 1 und schlechter Am 1. März 2007 tritt die 35. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes in Kraft. Städte, deren Feinstaubbelastung an mehr als 35 Tagen im Jahr über einem festgelegten Grenzwert liegt, müssen fortan Umweltzonen ausweisen. Dort dürfen nur noch Kraftfahrzeuge mit moderner Abgasreinigung fahren. Das Verdikt sollte ursprünglich Dieselautos mit hoher Rußproduktion aus dem Stadtverkehr vertreiben, wurde aber auch auf Benziner ausgeweitet die keinen geregelten Katalysator oder nur einen der ersten Generation haben. 6,7 Millionen Pkw sind laut ADAC betroffen, davon 5,6 Millionen mit Benzinmotoren. Die stoßen zwar fast keinen Feinstaub aus, wohl aber reichlich gasförmige Schadstoffe etwa Stickoxide, die den Sommersmog fördern. Der Stinker-Bann beschränkt sich nicht auf wenige innerstädtische Straßen, denn Feinstaub ist kein punktuelles Phänomen. Die Berliner Stadtverwaltung wird den gesamten Bereich der Hauptstadt innerhalb des 5-Bahn-Rings zur Umweltzone erklären müssen, München alles innerhalb des Mittleren Rings und Stuttgart das komplette Stadtgebiet. Große Teile des Ruhrgebiets sollen sich sogar über Stadtgrenzen hinweg in eine Umweltzone verwandeln. Ein Auto, das künftig in all diesen Bereichen nicht mehr fahren darf, wird für seinen Eigner praktisch wertlos, vor allem, wenn dieser in einer der ausgewiesenen Zonen wohnt. Millionen Iieb gewonnener Familienkutschen werden auf den Schrott wandern, Studenten müssen sich von ihren alten Kisten trennen. Und die Oldtimerszene dürfte sich vollends auflösen, wenn hier nicht Ausnahmen in Berlin beschlossen werden. Tatsächlich stehen mehr als 46 Millionen Gesamtzulassungen in Deutschland noch nicht einmal 300 000 Pkw im amtlichen Veteranenalter von 30 und mehrJahren gegenüber. Rund 50% davon sind mit HKennzeichen als steuerbegünstigte Oldtimer zugelassen. Die durchschnittliche Fahrleistung der Klassiker beziffert die Regierung unter Berufung auf eine Analyse der Bundesanstalt für Straßenwesen sehr großzügig auf 6 600 Kilometer pro Fahrzeug und Jahr. Das entspricht etwa der Hälfte des Mittelwertes sämtlicher Personenkraftwagen. Auf der Grundlage solcher Annahmen verursachen Oldtimer laut Regierungsauskunft etwa drei Prozent Stickoxidimissionen aller Pkw. Der Anteil an den Feinstaubimmissionen (um die es eigentlich geht) könne nicht quantifiziert werden. Wie soll das auch gehen? Oldtimer sind fastausschließlich Benziner und produzieren so gut wie keinen Staub. Wohl aber sind Oldtimer ein Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben des Automobilverbandes Fiva, werden in der EU mit Verkauf und Reparatur historischer Autos jährlich mehr als 16 Millionen Euro umgesetzt. In Deutschland weist der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes ca. 1500 Fachwerkstätten für Oldtimer aus, viele davon in den zukünftigen Umweltzonen. Die Befürchtung, dass der Bann der Autoveteranen Arbeitsplätze kosten wird, scheint also näherliegend als die Hoffnung, er könne die Qualität der Stadtluft spürbar verbessern. Das dämmert nun offenbar auch den Parteien in Berlin. Nun soll die Erforderlichkeit einer generellen Ausnahmeregelung geprüft werden. Hoffen wir, dass solch eine Ausnahmeregelung kommen wird. Denn es wäre schade, wenn die Oldtimer aus dem Straßenbild verschwinden würden.
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